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Dubai: The Palm: Stand der Dinge

Fünf Jahre nach Baubeginn beziehen die ersten Eigentümer ihre Häuser und Wohnungen auf der künstlichen Insel The Palm Jumeirah. Ein guter Grund, sich diesem und anderen Megaprojekten im Emirat Dubai zu widmen und zu fragen: Was ist aus den Visionen geworden?

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in der BELLEVUE-
Heftausgabe 11/2006

Wussten Sie, dass rund 20 Prozent aller Baukräne der Welt zurzeit in Dubai stehen?“, fragt Nakheel, einer der größten Bauträger der Vereinigten Arabischen Emirate, auf seiner Website. Beeindruckend, gewiss. Und typisch für das Selbstverständnis. Größer, höher, schneller, mehr – wenn es um Immobilien in Dubai geht, dann zählen nur Superlative. So wird auch der Einzug der ersten Eigentümer auf der Ur-Palme, The Palm Jumeirah, gebührend angekündigt. Immerhin 1.350 Villen und 2.650 Apartments sind fünf Jahre, nachdem der erste Sand im Meer aufgeschüttet wurde, bezugsfertig. Vom 30. November an werden die neuen Bewohner erwartet, und trotz der logistischen Herausforderungen, die mit diesem Megaumzug verbunden sind, geben sich die Verantwortlichen bei Nakheel optimistisch: „Unsere Kunden können sicher sein, dass wir nicht ruhen werden, bis auch der letzte Resident im Besitz seines Heimes ist.“

 

So weit, so imposant. Was in keiner Pressemeldung steht, in Dubai aber mittlerweile ein offenes Geheimnis ist, sind die Unannehmlichkeiten, mit denen die Neu-Insulaner konfrontiert werden. Denn zu den größten Problemen der künstlichen Insel in Palmenform zählt die Zirkulation des Wassers. An vielen Stellen funktioniert der natürliche Abfluss nicht, das Meer steht tagelang in kleineren Buchten. Bei Temperaturen, die regelmäßig über 40 Grad liegen, sind die Konsequenzen ebenso simpel wie drastisch: Es stinkt zum Himmel. Mit zusätzlichen Drainagen versucht man, Herr der Lage zu werden, bisher allerdings mit zweifelhaftem Erfolg.

Als Konsequenz aus dieser Erfahrung werden die Baupläne für Palme Nummer zwei, Jebel Ali, geändert. Das sagt in dieser Form natürlich niemand, offiziell wird von einem „erweiterten Masterplan, der in naher Zukunft bekannt gegeben wird“, gesprochen. Doch zu den ernsthaften Wasserproblemen gesellt sich noch die Kritik an der unterschätzten Umweltproblematik. So bemängelte die Zeitschrift „Geo Saison“ in ihrer September-Ausgabe in einem Artikel zu The Palm Jumeirah: „Die Website von ‚The Palm‘ hatte den Anwohnern anfangs ‚viel Freude an der reichen Unterwasserwelt‘ versprochen, damit dürfte es vorbei sein – der submarine Lebensraum in den warmen, flachen Wassern des Golfs ist durch die Bauarbeiten nachhaltig geschädigt.“ Da nützt es auch nichts, dass Nakheel den 11,5 Kilometer langen, ringförmigen Wellenbrecher um die Palme als eines der größten künstlichen Riffe der Welt anpreist. Mit den Arbeiten für Jebel Ali liegt man wohl auch aufgrund dieser Probleme rund ein Jahr im Rückstand, erst Ende 2006 wird die Phase der Landgewinnung abgeschlossen sein.

Bei The World, dem Konglomerat aus rund 300 künstlichen Inseln, die in ihren Umrissen die Weltkarte nachbilden, hat man die ökologischen Risiken geschickt umgangen. Nur Interessenten, die für ihre Insel einen kompletten Infrastrukturplan inklusive Abfallentsorgung vorlegen (und bezahlen) konnten, erhielten den Zuschlag.

Da ging und geht es um Millionenbeträge, und wer glaubt, das liege allein an der Offshore-Lage, der irrt. Land, so seltsam das für einen Wüstenstaat klingen mag, ist mittlerweile ein rares Gut geworden in Dubai. Die Jumeirah Golf Estates, ebenfalls ein Nakheel-Großprojekt, haben das deutlich gezeigt. Um den Run auf die bebaubaren Grundstücke bestmöglich auszunutzen, wurden die Bauplätze im Frühjahr in großen Paketen an potente Developer versteigert.

Dabei wurden Spitzenpreise von bis zu 650 US-Dollar pro Quadratmeter bezahlt – für Wüstensand, wohlgemerkt. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich die meisten Developer darauf konzentrieren, möglichst viele Menschen auf möglichst wenig Platz unterzubringen. Die Dubai Marina mit ihren mehr als 100 Towers ist ein gutes Beispiel dafür, auch der Burj Dubai, bald das höchste Gebäude der Welt, passt in dieses Schema. Was zur Folge hat, dass das Verhältnis von Apartments zu frei stehenden Villen oder Reihenhäusern mittlerweile rund 200 zu eins beträgt und sich in den nächsten Jahren sogar noch in Richtung 400 zu eins entwickeln wird.

Das ist Fluch und Segen zugleich: Häuser sind heiß begehrt, rar gesät und dementsprechend teuer. Wer rechtzeitig gekauft hat, freut sich über hohe Gewinne. Ein Reihenendhaus in der Urbanisation The Springs, gekauft zum Originalpreis von rund 125.000 Euro, brachte nach eineinhalb Jahren beim Wiederverkauf rund 290.000 Euro. Auch die Mieteinnahmen sind beeindruckend, in Spitzenlagen sind dann auch bis zu 50.000 US-Dollar Jahresmiete für eine Villa keine Seltenheit.

Das klingt für Europäer unwahrscheinlich, allerdings ist Dubai auch ein Markt, der sich in Bezug auf seine Klientel auf den asiatischen Raum konzentriert. Dort gibt es mit China und Indien nicht nur zwei boomende Märkte mit Millionen von Neukunden, dort ist man auch Trubel im Superlativ gewohnt. Wer Shanghai kennt, weiß, wer Dubais Konkurrent im Rennen um den Titel der Stadt mit den meisten Baukränen ist.


Lesen Sie weiter dazu in der BELLEVUE-Heftausgabe 11/2006:


  • Kommentar: Investment
    Die Weisen im Morgenland: Dubais Wirtschaft ist auf Wachstum getrimmt. Auslandskapital ist ausdrücklich erwünscht. Immobilieninvestments stehen an vorderster Front