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Fjorde und Fjells - Immobilien und Ferienhäuser in Norwegen

Warum in die Ferne schweifen? Auch Deutschland hat traumhafte Ecken zu bieten. Mit bezaubernden Immobilien, die im internationalen Vergleich sogar richtig günstig sind. In einer neuen Serie stellt BELLEVUE ab dieser Ausgabe die schönsten heimischen Regionen für Immobilienkäufer vor. Den Anfang machen Schleswig-Holsteins östliche Küsten und die Seenlandschaft der Holsteinischen Schweiz

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in der BELLEVUE-
Heftausgabe 11/2006

Die Fakten lesen sich wie aus einer anderen Welt. Norwegen ist eines der reichsten Länder der Welt. Es ist nicht nur vollkommen schuldenfrei, es verfügt sogar über einen Fonds, in den die Ölgewinne einfließen. Mittlerweile haben sich dort schon rund 187 Milliarden Euro angehäuft. Für schlechte Zeiten. Doch schlechte Zeiten liegen in weiter Ferne. Der weltweit drittgrößte Öl- und Gasexporteur badet gegenwärtig im Reichtum. Kein Wunder, dass er nicht der EU beitritt.

Nicht nur dem Staat, auch seinen Einwohnern geht es hervorragend. Wie gut, belegen bereits ein paar Fakten: Das Bruttoinlandsprodukt liegt weit über dem europäischen Schnitt, die Arbeitslosenquote beträgt 3,2 Prozent, das Durchschnittseinkommen (inklusive Teilzeitarbeit!) 3.650 Euro. Und das bei steigenden Reallöhnen. Im Vergleich zu Deutschland verdient ein Arbeitnehmer fast das Doppelte – ohne Überstunden und mit frühem Feierabend, meist gegen 15.30 Uhr. Ideale Bedingungen für Auswanderungswillige also. Die werden im medizinischen und im handwerklichen Bereich dringend gesucht. Doch Norwegen lässt sich nicht bloß als attraktives Ziel für Auswanderer bezeichnen. Es ist auch ein nicht ganz günstiges, aber dafür umso faszinierenderes Urlaubsland. Naturbegeisterte haben das nordeuropäische Königreich längst für sich entdeckt. Denn die Eiszeiten haben spektakuläre Landschaften hinterlassen: weit ins Land hineinragende Fjorde, dramatische Felsschluchten, Seen, Wälder, Wasserfälle, reißende Bäche und die typischen kargen Hochebenen, die sogenannten Fjells.

All das zieht Abenteurer und Sportler magisch an – traditionell Angler, Jäger, Skilangläufer und Segler, zunehmend aber auch Extremsportler wie Mountainbiker, die von gigantischen Felsen wie dem Preikestolen ins offene Meer stürzen, nur mit einem Fallschirm bestückt. Oder Ice-Climber, die im Winter zugefrorene Wasserfälle hochklettern. Aber auch alltagsgestresste Großstädter tanken hier Energie. Sie genießen die klare Luft und das Gefühl, die Natur mal wieder in ihrer ursprünglichen Form zu erleben.

Viele Urlauber bereisen das Land immer wieder. Oder wie der Kenner Wolfgang Kleensang von Immobilien Norwegen es ausdrückt: „Einmal Norwegenfan, immer Norwegenfan.“ Zumal das Klima nicht so schlecht ist wie allgemein angenommen. Alle Häfen bleiben selbst im tiefsten Winter frostfrei, bedingt durch den milden Golfstrom; im Landesinneren rutschen die Temperaturen dann allerdings auf Tiefkühlfachwerte. Der Sommer ist zwar relativ kurz, dafür aber schön. Werte von bis zu 30 Grad verwandeln Küsten und Seen jedes Jahr in lebhafte Badeorte.

Die größten Norwegenfans sind übrigens die Norweger selbst. Viele haben eine Hütte am Meer oder in den Bergen. Oder gleich zwei. Der Trend geht sogar zur Dritthütte. Aber auch immer mehr Ausländer, vor allem aus Deutschland und den Niederlanden, erfüllen sich den Traum vom Eigentum in Norwegen. Immobilien sind im Süden am teuersten. Je weiter man nach Norden gelangt, desto günstiger werden sie. Allerdings ist es dort bei 0,8 Einwohnern pro Quadratkilometer wahrscheinlicher, einem Elch zu begegnen als einem anderen Menschen. Und was die Erreichbarkeit angeht, ist ohnehin der Süden am attraktivsten. An der Küste, von Stavanger über Kristiansand bis nach Sandefjord, sind Objekte für 1,5 Millionen Euro keine Seltenheit. Im Norden dagegen bekommt man ein Holzhaus für 80.000 Euro – mit allen Versorgungsanschlüssen.

 

Insgesamt haben die Preise in den letzten Jahren aufgrund einer starken Binnennachfrage enorm angezogen. Die Prognose für 2006, ein Preisanstieg um weitere acht Prozent, wurde schon im Frühjahr getoppt. Und der preisliche Aufwärtstrend soll noch andauern. Wer ein geeignetes Objekt gefunden hat, sollte aber auch aus einem anderen Grund nicht lange zögern. Denn der norwegische Immobilienmarkt gleicht einer Auktionsbörse. Gute Objekte sind im Durchschnitt nur drei Wochen im Angebot. Dann sind sie verkauft. Und zwar an den Meistbietenden. „Steht ein Haus länger als zwei Monate zum Verkauf, hat es meist einen Haken“, sagt Thore Jahnsen von nordicEstate.

Eine beliebte Region für Ferienhäuser ist die Telemark, die nicht nur als Wiege des modernen Skilaufs, sondern auch als Norwegen im Kleinformat bekannt ist. Denn die Provinz zwischen dem Skagerrak und der Hardangervidda vereint alle landschaftlichen Highlights: Küstenorte wie Kragerø im Süden mit Marina-Flair und Fjord, Skigebiete mit beleuchteten Loipen und Abfahrten wie am Gaustatoppen oder in Kongsberg, glasklare Seen, darunter der große See Nisser, aber auch Fjells und Wald ohne Ende. Die Telemark ist Winter- und Sommergebiet zugleich.

 

Das Angebot an Ferienimmobilien ist groß. Ein Beispiel für ein gelungenes Hüttenprojekt findet sich in Felle, einem Ort mit knapp 130 Einwohnern in der südlichen Telemark. Seinen Namen hat er offenbar dem Havrefjell zu verdanken, einem 638 Meter hohen Plateaufelsen, der aussieht, als hätte ihn jemand glatt poliert. Hier in Felle hat Knut Martin Felle (ja, aus Felle) ein gelungenes Ferienprojekt verwirklicht, das der Umgebung angepasst wurde. 1999 begann er mit der Erschließung des ersten Gebiets. Mittlerweile sind bereits zwei Areale bebaut, ein drittes wird gerade fertiggestellt, zwei weitere sind geplant. Oberhalb von Felle liegen die Hütten im Schutz des Havrefjell malerisch auf kleinen Hügeln verteilt zwischen mehreren Seen. Der Fährhafen in Kristiansand ist nicht weit, bis zur Küstenstadt Kragerø werden 45 Minuten mit dem Auto benötigt. In zwei Stunden erreicht man den Flughafen Torp bei Sandefjord, Oslo liegt 280 Kilometer entfernt.

Bei den 110 bereits fertiggestellten Hütten am Havrefjell finden sich die drei populärsten Baustile Norwegens wieder: der massiv-rustikale Blockbohlenbau aus den Bergen; die weniger wuchtige Architektur mit hellgrünen Grasdächern (typisch Telemark); und das Holzhaus mit dem hellem Farbanstrich, wie er in den Küstenorten häufig zu sehen ist. Wer sich für ein Ferienhaus am Havrefjell interessiert, kauft zunächst ein Grundstück (ab 40.000 Euro). Anschließend kann zum Beispiel einer von Knut Martin Felles Haustypen gewählt werden – darunter auch der landestypische Holzbau (ab 115.000 Euro). Bei der Gestaltung können individuelle Wünsche mit einfließen (Infos unter: www.havrefjell.no).

Der Hobbyangler Wolfgang Wittmann aus Paderborn hat sich vor fünf Jahren zusammen mit seiner Frau Dagmar ein Holzhaus am Havrefjell gekauft. In seiner hytta direkt am See findet er die Ruhe, die er in Deutschland nur selten hat: „Hier kann ich abschalten. Ich habe sogar angefangen zu schreiben“, sagt der 59-Jährige. Als Ausländer Immobilien in Norwegen zu erwerben ist seit 2004 im Prinzip kein Problem mehr. Es gibt aber Immobilien, bei denen der Erwerb noch konzessionspflichtig ist. Um nicht im Winter zu Geisterstädten zu mutieren, haben zum Beispiel 70 Gemeinden – überwiegend im Süden – gewisse Sonderregelungen erstellt. Die staatlich lizenzierten Makler vor Ort kennen die lokalen Bestimmungen. 

Am Havrefjell wird keine Konzession benötigt. Die Parzellen sind zwar klein, aber dennoch wohnt es sich wie in einem riesigen Naturpark. Fühlt man sich da nicht manchmal zu einsam? „Wenn ich im Winter ein paar Tage nicht unten im Dorf war, kommt einer hoch und schaut nach“, sagt Wittmann. „Und manchmal bringt er köstlichen Heringseintopf mit.“

 

Von weiter her, aus Hamburg, kommen die meisten Hauskäufer an der nahe gelegenen Hohwachter Bucht mit den Ortschaften Hohwacht, Behrensdorf und Seelendorf. Ferienhäuser und Apartments kosten dort etwa 150.000 Euro. Die Zugezogenen schätzen vor allem die familiäre Atmosphäre und die Ruhe, die man am Timmendorfer Strand und in Travemünde im Sommer schon lange nicht mehr hat.

Wer allerdings ein Haus mit Seeblick sucht, muss auch in Hohwacht mindestens 400.000 Euro hinlegen. Und: „Alte Reetdachhäuser oder große Anwesen mit Ostseeblick, von denen viele träumen, sind in dieser Region selten auf dem Markt“, sagt Jürgen Boehme von der Raiffeisenbank in Lütjenburg. „Das liegt daran, dass die Besitzer solcher Immobilien meist nicht verkaufen müssen. Und wenn doch, dann gehen diese Häuser unter der Hand weg.“ Bei näherer Betrachtung stellen viele Käufer aber ohnehin oft fest, dass Reetdachhäuser zwar toll aussehen, das Leben darin aber gar nicht so einfach ist. Die Decken sind fast immer sehr niedrig, die Fenster klein. Und im Winter kann es auch schon mal kalt und feucht werden. So entscheiden sich viele am Ende für ein kleineres Einfamilienhaus oder ein Apartment, das alle Annehmlichkeiten bietet. Die Nachfrage nach derartigen Immobilien ist eindeutig am höchsten. In Lütjenburg und Umgebung verzeichet Boehme allerdings auch ein steigendes Interesse an Resthöfen, die man in gutem Zustand teils schon für 300.000 Euro bekommt, die aber auch eher etwas für Individualisten sind.

Zusammenfassend kann man also festhalten: Immobilieninvestitionen in Ostholstein lohnen sich derzeit fast ausnahmslos. Man bekommt noch viel für sein Geld, denn die Gebäudepreise sind in den letzten fünf Jahren um rund zehn bis 15 Prozent gesunken und stagnieren nun.


Lesen Sie weiter dazu in der BELLEVUE-Heftausgabe 11/2006:

Geographie
Leeres Land: Auf 387.000 Quadratkilometern leben knapp 4,5 Millionen Einwohner – die meisten von ihnen in Südnorwegen

Interview
„Paradies vor der Haustür“: Auch der Inselmakler Vladi ist in Norwegen aktiv: Schon für 25.000 Euro gibt es unbewohnte Eilande

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