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Hausboote - Alles im Fluss

Hausboote sind ein neuer Trend in Deutschland. Leider hapert es bislang noch an einheitlichen Gesetzen für die Realisierung von Liegeplätzen. Ein Lagebericht

Wohnen auf dem Wasser: Was den Reiz daran ausmacht, wissen wir schon seit Liebesfilmen wie „Schlaflos in Seattle“, in dem der Hauptdarsteller Tom Hanks in einem schwimmenden Haus auf dem Lake Union lebt. Und auch in der Realität hat sich diese Lebensform in Städten wie Amsterdam oder Paris schon lange etabliert.

Bettina Gerhards

Ein Trend, den man nun auch in Deutschland erkennt: Die vorhandenen Wasserflächen will man künftig verstärkt als Wohnraum nutzen. So entwickeln derzeit zahlreiche Architekten emsig Modelle – vom einfachen Hausboot über die schwimmende Luxusvilla bis zur Kleinstadtsiedlung am Steg. Wie zum Beispiel der Architekt Martin Förster in Hamburg, der mit seiner Floating Homes GmbH das Leben auf dem Wasser kultivieren möchte. Mit seinem Partner Karsten Trabitzsch hat er vier Jahre lang an einem Prototypen gearbeitet und diesen in drei Monaten Bauzeit am Hamburger Baumwall realisiert. Entstanden ist ein zweistöckiges Luxusschwimmhaus.

Beim Betreten des Vorführmodells wird schnell klar, was die Faszination ausmacht: Durch riesige Fenster blickt man direkt auf das Wasser, die umliegenden Boote und die Stadt. Weitere Vorzüge: die große Außenterrasse und das Sonnendeck auf dem Dach. Die ersten sieben Floating Homes will Förster im Hochwasserbassin im Stadtteil Hammerbrook realisieren, allerdings in der eingeschossigen Variante mit rund 115 Quadratmetern Wohnfläche. Zu Preisen ab 300.000 Euro sind sie zu haben; das zweistöckige Modell kostet mindestens 700.000 Euro (Floating Homes GmbH, Tel.: (040) 41 42 30 27, www.floatinghomes.de).

 

Dass man Hausboote auch als außergewöhnliche Location für Werbezwecke nutzen kann, zeigt diesen Sommer die Zigarettenfirma Gauloises. Sie kaufte ein klassisches altes Hausboot, um darauf Lesungen, Konzerte und Partys stattfinden zu lassen. Erster Standort war Hamburg, danach wurde es in den Osthafen von Berlin verholt, und vom 1. bis 22. September kann man es noch im Yachthafen Dresden besuchen. Damit es als Event-Plattform nutzbar ist, wurde hinter dem Boot ein circa 200 Quadratmeter großer Ponton festgemacht, auf dem die Gäste die lauen Sommernächte im Freien genießen können. Im Hamburger Billehafen trafen wir den Architekten Kai Ratschko, der das 20 Meter lange und 4,5 Meter breite Boot wiederhergerichtet hat. In nur vier Monaten entkernten er und sein Team es komplett und richteten es neu ein. Eine aufwendige Arbeit, in die die junge Mannschaft viel Leidenschaft gesteckt hat. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: ein voll funktionstüchtiges Hausboot, das den Gästen den Reiz des Wohnens auf dem Wasser nahe bringen soll. Die mühsamen Behördengänge und die Schwierigkeiten, eine Genehmigung für gute Liegeplätze zu bekommen, sind da sehr schnell wieder vergessen (Faktor 3 AG, Tel.: (040) 67 94 46 75, www.faktor3.de).

Doch Fakt ist: Was in anderen Ländern historisch gewachsen ist, muss sich hierzulande erst noch etablieren. Bislang gibt es keine bundesweit vereinheitlichten Gesetze, und die Auflagen sind von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Um diese Problematik weiß auch Katrin Birr von der Gebrüder Friedrich GmbH & Co. KG Schiffswerft Kiel (Tel.: (0431) 39 42 70, www.living-on-water.de). Auch dort will man mit einem Projekt neue Trends für das Leben auf dem Wasser setzen. Der Prototyp eines exklu-siven Schwimmhauses ist nun fertig, und das Interesse daran ist groß. Die kleinste Einheit kostet 200.000 Euro. Für größere Modelle mit 80 Quadratmetern Wohnfläche und 100 Quadratmetern Außenterrasse zahlt man Preise ab 350.000 Euro, das Luxusmodell steht zu Preisen ab 500.000 Euro zum Verkauf. „An Nachfrage mangelt es uns nicht“, sagt Birr. „Doch leider gibt es in Deutschland noch zu viele behördliche Hürden. Deshalb wurden bisher nur sehr spärlich Liegeplätze freigegeben.“

Wie es scheint, kommt aber in der nahen Zukunft Bewegung in den Markt. Vor allem in Berlin und Hamburg nähert man sich der Realisierung von Liegeplätzen in größerem Stil. In der Hansestadt steht derzeit eine Senatsdrucksache kurz vor dem Abschluss. Kommt hier das Okay, können Pilotprojekte angeschoben werden. Geplant sind allein im Bezirk Mitte rund 100 Liegeplätze. Und auch Katrin Birr in Kiel ist guter Dinge, dass sie für einige ihrer Projekte im Oktober das endgültige Go bekommt.

Der Kauf eines Hausboots ist derzeit noch mit einigen Mühen verbunden. Einige wichtige Punkte, auf die man achten sollte

Hausboottypen:
Das klassische schwimmende Wohnhaus ist meist ein Holzhaus auf einem Stahlrumpf. Ein Hausboot mit 100 Quadratmetern Nutzfläche wiegt bis zu 100 Tonnen und belastet bei Sturm, Sog und Wellenschlag den Baukörper und die Befestigungen mit einem Mehrfachen seines Gewichts. Entsprechend stabil sollten Rumpf und Aufbauten sein. Dieser Typ ist zwar oft recht günstig in der Anschaffung, birgt jedoch einige Tücken in der Haltung und Wartung, so dass die Kosten am Ende wesentlich höher sein können als gedacht.

Praktischer und komfortabler sind da die so genannten Floating Homes beziehungsweise Schwimmhäuser. Sie werden nach den Sicherheitskriterien des Schiffbaus konstruiert, denen unter anderem mit einem soliden Stahlponton oder auch einem perfekten Beschichtungssystem gegen Korrosion Rechnung getragen wird. Außerdem müssen alle umweltschutztechnischen Auflagen erfüllt werden. Für eine moderne Energienutzung sorgt eine Wärmepumpe mit Wärmetauscher, die im Winter als Heizung fungiert und im Sommer als Klimaanlage. Ein großer Teil der elektrischen Energie wird durch Solarmodule produziert.

  1. Jeder Hausbootbesitzer muss eine Liegeplatzgebühr zahlen. Diese liegt an den meisten Standorten momentan bei fünf Euro pro Quadratmeter und Jahr. Allerdings planen die Behörden eine Erhöhung auf bis zu zehn Euro.

  2. Die Infrastruktur für Wasser, Abwasser, Strom, Telefon, Post et cetera muss vorhanden sein. Die Kosten für eine adäquate Infrastruktur werden auf die einzelnen Liegeplatznutzer umgelegt. In der Regel muss jeder Hausbootbesitzer mit einem Erschließungsbetrag von 35.000 bis 40.000 Euro rechnen.

  3. Egal ob neu oder gebraucht: Für jedes Hausboot wird ein Schwimmfähigkeitszeugnis benötigt. Dieser „Schwimm-TÜV“ ist bei Neubauten meist alle zehn Jahre zu erneuern.

  4. Hausboote unterliegen wasserrechtlichen und baurechtlichen Auflagen. Schließen Sie sich deshalb zu einer Liegegemeinschaft zusammen. Gemeinsam können Sie Ihre Interessen besser wahren.

  5. Sehr wichtig sind auf dem Wasser Versicherungen gegen Leckagen, Havarie und vor allem Feuer.

  6. Noch fehlt den meisten Behörden die Erfahrung mit Eigentümern von Hausbooten. Bringen Sie deshalb genügend Geduld für Behördengänge mit.