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Eine solide Basis

Man sagt, dass Häuser „Stein auf Stein“ gebaut werden. Aber was heißt eigentlich „Stein“? Der Massivbau hat in den letzten Jahren einige Innovationen hervorgebracht

Am Massivhausbau lässt sich exemplarisch nachvollziehen, wie kreativ Menschen werden können, wenn sie sich schwierigen Situationen gegenübersehen. Drei Faktoren haben der Branche in den vergangenen Jahren das Leben schwer gemacht:

 

  • die Wirtschaftskrise, aufgrund derer immer weniger Menschen gebaut haben;
  • die Konkurrenz durch den Fertigbau, der mit kurzen Bauzeiten glänzen
    Konnte;
  • die Energieeinsparverordnung, die den Dämmstandard neuer Häuser deutlich nach oben geschraubt hat.

abgedruckt in: house and more,
Heft 2006/02, Seite(n) 40-43

Um es klar zu sagen: Die Unternehmen haben reagiert – mit günstigen Angeboten für weniger betuchte Bauherren, mit neuen Konzepten, die einen deutlich schnelleren Baufortschritt erlauben, und neuen Baustoffen, die einen exzellenten Wärmeschutz für das Haus gewährleisten. Die bemerkenswerteste Innovation betrifft die Bauzeit. Die alte Bauregel, nach der ein Stein auf Stein gemauertes Haus sämtliche vier Jahreszeiten einmal erlebt haben soll, bevor die Bewohner einziehen, gilt nicht mehr.

Es gibt hier zwei verschiedene Rezepte. Einerseits hat auch die Massivhausbranche die Vorteile der Vorfertigung entdeckt. Vom Wetter unabhängig und mit Hilfe von Computern werden in großen Werkhallen die oft mehrere Meter hohen, massiven Mauerwerkstafeln produziert und individuell mit Aussparungen für Fenster und Türen zugeschnitten – von der Keller- über die Außenwand bis hin zu Decken- und Massivdachplatten. Vorteil: Die Elemente kommen auf dem Tieflader bereits trocken auf der Baustelle an, müssen also nicht erst austrocknen und sind damit besser gefeit gegen Feuchteschäden. Auch auf der Baustelle geht es heute anders zu, als wir es von früher kennen. Es befinden sich dort weniger Menschen, dafür aber mehr Maschinen und Kräne. Es gibt weniger Kleinarbeiten, und um die großformatigen Wand- und Deckenelemente einzupassen, sind weniger Handgriffe nötig. Außerdem fällt weniger Abfall an. Letztlich ist hier vieles wie auf einer Baustelle, auf der ein Fertighaus errichtet wird. Freilich sind wir Gewohnheitstiere und hängen dem Klischee an, dass ein Haus Stein auf Stein gemauert werden sollte, weil es eben nur dann echte deutsche Handwerksarbeit darstelle. Mit dieser Haltung verkennt man, dass eine stärkere Industrialisierung der Bauqualität in der Regel zugute kommt: weil in Werkshallen sorgfältiger und unter besseren Bedingungen gearbeitet werden kann als auf der Baustelle, weil Computer präziser messen und steuern als der Maurergeselle.

Zurück zu den zwei Rezepten: Neben dem Trend zur Vorfertigung gibt es einen weiteren Trend, der das Bautempo ebenfalls deutlich beschleunigt. Mit millimetergenau formatierten Kalksandstein-, Ziegel- oder Leicht- oder Porenbeton-Plansteinen wurde nämlich auch die klassische Stein-auf-Stein-Bauweise revolutioniert. Die Backstein-Mörtelfuge von zwölf Millimetern, die jahrhundertelang üblich war und als Ausgleichsmasse für abweichende Steinformate diente, hat sich erledigt. Einen bis drei Millimeter dick wird heute der Mörtel aufgetragen, am besten gleich mit einem automatischen Mörtelschlitten. Die Blöcke sind nach DIN genormt und zudem oft mit Nut und Feder für eine perfekte, winddichte Verbindung ausgestattet. Und was heißt in diesem Zusammenhang eigentlich noch „Mauern“? Die Elemente werden zugesägt, aneinander gereiht, aufeinander gestapelt und verklebt, für Tür- und Fensterstürze oder Rollladenkästen gibt es eigens geformte Elemente – wer sich jetzt an einen Lego-Baukasten erinnert fühlt, liegt richtig. Deswegen eignen sich verschiedene Systeme auch für talentierte Heimwerker, die ihr Haus selbst bauen möchten.

 

Aber welcher Baustoff genau soll es sein? „Massiv“ bedeutet ja nur, dass wir es mit Materialien zu tun haben, die aus Sand, Kalk- oder Bimsstein, Kies oder Ton hergestellt werden (aus Natursteinen werden höchstens noch Fassaden errichtet). Entscheidend für die Auswahl ist also eine ganze Reihe von Kriterien. Im Hinblick auf diese Kriterien unterscheiden sich die verschiedenen Baustoffe durchaus. Grundsätzlich sollen Wände und Decken entstehen, die:

  • gegen Wärmeverluste dämmen;
  • Brandschutz und Schutz gegen Lärm (außen und im Haus) garantieren;
  • keine Chemikalien und Schimmel-sporen ausgasen;
  • gegen Elektrosmog schützen;
  • wind- und wasserdicht sind, damit sie nicht schimmeln und faulen;
  • eine große Wärmespeichermaße haben, welche wiederum im Sommer für kühle Räume sorgt und im Winter die durch die Fenster einstrahlende Sonnenenergie speichert und das Haus bis spät abends wärmt.

Betrachten wir also die verschiedenen Baustoffe, die üblicherweise beim Massivbau zum Einsatz kommen: Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton, Beton und Bimsstein. Der Ziegel ist der mit Abstand am häufigsten verwendete Wandbaustoff, jedes zweite Haus in Deutschland wird damit gebaut. Er verfügt über sehr gute bauphysikalische Eigenschaften und ist vor allem wegen seiner hohen Wärmedämmfähigkeit sowie des Brandschutz- und Feuchteverhaltens ein beliebter Baustoff für Außen- und Innenwände. Zudem ist er extrem widerstandsfähig und bietet einen sehr guten Schutz vor Elektrosmog. Der Kalksandstein ist ebenfalls ein besonders umweltverträglicher Mauerstein. Er überzeugt durch exzellenten Brand- und Schallschutz. Aufgrund seiner schlechten Wärmedämmeigenschaften kann er jedoch für ein Außenmauerwerk nicht ohne zusätzliche Dämmschichten verwendet werden. Beim Aufbringen eines Wärmedämmverbundsystems kann es zu einer Verschlechterung des Schallschutzes kommen.

 
Porenbeton bietet eine ausgezeichnete Wärmedämmung und guten Brandschutz. Da aber die Wasseraufnahmefähigkeit wegen der vielen Poren extrem hoch ist, sollte bei Außenwänden ganz besonders darauf geachtet werden, dass der Putz handwerklich gut ausgeführt wird und somit wasserabweisend ist. Porenbeton kann sich bei stehendem Wasser vollsaugen wie ein Schwamm. Im Vergleich zu Ziegeln und Kalksandsteinen hat Porenbeton eine geringere Wärmespeicherfähigkeit und kann weniger gut für einen Temperaturausgleich sorgen.

Die Stärken von Beton liegen aufgrund der hohen Rohdichte beim Schall- und Brandschutz sowie bei der Wärmespeicherfähigkeit. Um aber eine gute Wärmedämmung zu erzielen, ist eine zusätzliche Außendämmung erforderlich. Wände aus Beton werden vorgefertigt, Böden und Decken vor Ort gegossen. Bimsstein, mit Zement gebunden auch Leichtbeton genannt, ist am wenigsten verbreitet. Er verfügt über gute bauphysikalische Eigenschaften und erreicht gute Wärmedämmwerte, speichert aber lange die Feuchtigkeit. Ein weiterer Nachteil: Bimsstein kann, vor allem wenn er nicht lange genug gelagert wurde, „schwinden“, also kleiner werden, was leicht zu Schäden im Putz führen kann.

Und wie sieht das fertige Haus aus? Ganz wie es Ihnen beliebt. Die Wahl der Fassade hängt nicht vom Material ab, aus dem die Wände bestehen. Je nach Geschmack kann es also Klinker, Putz oder Naturstein sein. Auch eine Holzfassade ist kein Problem. Aber würde die tatsächlich jemand wollen, der sich für einen Massivbau entschieden hat?

 

 


Zeltplatz der besonderen Art

Der Automatismus ist hinlänglich bekannt: Immer wenn der Winter kommt, stehen tausende Baustellen still, drehen die Arbeiter zu Hause Däumchen, steigen die Arbeitslosenzahlen, während die Bauherren ungeduldig darauf warten, dass es wieder taut – warum ist eigentlich nicht viel früher jemand auf diese Idee gekommen: ein überdimensionales Zelt über der Baustelle aufzurichten? Immerhin, die Viebrockhaus AG hat diese Innovation jetzt eingeführt und ihr gleich noch Heizung und Beleuchtung spendiert. Zum Wohl des Unternehmens, das nicht mehr in Leerlauf fallen muss, und der Bauherren, die schneller ihr Haus beziehen können. Ihnen entstehen keine Mehrkosten, sagt Chef Andreas Viebrock. „Ob sie im Juli oder im Januar bauen, spielt preislich keine Rolle. Schließlich haben sie ja ein Haus bestellt, kein Zelt!“

Besser gedämmt
Je nachdem, aus welchem Stein die Wand entsteht, wird sie auf unterschiedliche Arten gedämmt. Wände aus Poroton etwa müssen nicht mit einer zusätzlichen Dämmschicht versehen werden, um einen guten U-Wert zu erreichen, Wände aus Kalksandstein aber auf jeden Fall. Das hat naturgemäß Auswirkungen auf die Stärke der Wand, die zwischen 30 und 39 Zentimeter dick sein kann.


Die besten Baustoffe für ein massives Haus
Moderne Materialien für den Massivhausbau wurden von der Industrie konsequent optimiert: für schnelle Bauzeiten, eine hohe Energieersparnis, einen guten Schall- und Brandschutz sowie ein angenehmes Raumklima

Beliebt: Ziegel
Am häufigsten verwendeter Baustoff, erhältlich in vielen Varianten. Eine Füllung aus Perlite verbessert die Dämmung.

Leicht: Bimsstein
Er heißt auch Leichtbeton, ist mit wenig Primärenergie herzustellen und zeichnet sich durch eine gute Wärmedämmung aus.

Beständig: Kalksandstein
Hoher Schallschutz, beste Druckfestigkeit, große Speichermasse zum Temperaturausgleich, aber schlechte Dämmwerte.

Maßgenau: Porenbeton
Die präzise geschnittenen Blöcke eignen sich gut für den Selbstbau, weil sie leicht zu verarbeiten sind. Gute Dämmwerte.