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Wo meine Sonne scheint

US-Schriftsteller Samuel Langhorne Clemens, besser bekannt als Mark Twain, traf wohl den Nagel auf den Kopf, als er meinte: „Vorhersagen sind schwierig, vor allem, wenn sie die Zukunft betreffen“. Besonders schwierig sind sie, wenn sie ein derart komplexes Thema wie die Energiegewinnung und -versorgung in ihren Mittelpunkt rücken.

Während die einen die konventionellen Ressourcen wie Kohle, Erdöl und Erdgas bis auf die letzte Tonne, den letzten Tropfen oder den letzten Kubikmeter ausreizen wollen, setzen die anderen auf Alternativen in großem Stil – mit enormem Belastungspotential für künftige Generationen – Stichwort Energiegewinnung durch Kernspaltung bzw -fusion. Immer mehr werden aber jene, die – gegen harten Widerstand einfl ussreicher Lobbies von Konzernen und Profi teuren - die Energiegewinnung dezentralisieren und auf kleine Einheiten zurückführen, sprich: die Menge der benötigten Energie vor Ort produzieren wollen.

Gehen wir davon aus, dass sich die Vernünftigen, nachhaltig und langfristig Denkenden auch in diesem Bereich durchsetzen. Was bedeutet das für die Bereiche Bauen und Wohnen, was für jeden einzelnen Haushalt?

Eine nach Leistungsvermögen differenzierte Analyse des solaren Dachpotentials zeigt, dass:

  • Anlagen bis 5 kW PV-Leistung auf durchschnittlich 30 % der Gebäude installierbar sind, ihr Beitrag zur Gesamtleistung mit 9 % aber reativ klein ist
  • Anlagen von 5 bis 30 kW auf 63 % der geeigneten Gebäude realisierbar sind und mit einem Anteil von 55 % an der Gesamtleistung das umfangreichste Potential für PV-Anlagen darstellen
  • Anlagen von 30 bis 100 kW zwar nur auf 6 % der Gebäudedächer möglich sind, jedoch verfügen diese, überwiegend gewerblich/industriellen Dachlandschaften mit einem Leistungsanteil von 35 % über ein beträchtliches PVPotential
  • Abchecken aller relevanten Energieverbraucher (Haushaltsgeräte, Heizungen, Unterhaltungselektronik etc.) auf ihre Energieeffi zienz und kompromissloses Durchgreifen dort, wo Energie vergeudet wird. Darauf und im Hinblick auf die Gebäudedämmung existieren heute bereits Mindeststandards, die sich in den kommenden Jahrzehnten dem jeweiligen Stand der Technik entsprechend anpassen werden. Dadurch sinken die Kosten für diesen Bereich kontinuierlich.

  • Intensive Nutzung der vor Ort vorhandenen Energiequellen: der Biomasse, der Windenergie, der Erdwärme, vor allem aber der Sonnenenergie, d. h. Photovoltaikanlagen auf Dächern, Freiflächen, an der äußeren Gebäudehülle (Fassade, Fensterfl ächen). Es ist davon auszugehen, dass die Wirtschaftlichkeit dieser Energieressourcen - allein schon durch das sukzessive Versiegen der konventionellen Quellen - gegeben sein wird.

  • In Summe ergibt das (analog zum gegenwärtigen Niedrigenergie- bzw. Passivhaus) ein Aktivhaus, das mehr Energie produziert, als es verbraucht. Entsprechende Konzepte sind bereits marktreif und werden sich in den kommenden Jahrzehnten flächendeckend durchsetzen.


mit Sonnenenergie 30 % des Strombedarfs abdecken

Einen Vorgeschmack auf das, was Häuslebauer, Hausbesitzer, Besitzer von Handels- und Gewerbeobjekten, aber auch die öffentliche Hand erwarten dürfen, liefern aktuelle Studien. So hat DI Johann Gerdenitsch, mit Energiefragen und Klimaschutz beauftragter Experte der „Solarstadt“ Fürth/Deutschland, im Burgenland, dem österreichischen „Land der Sonne“ eine Potenzialanalyse im Hinblick auf die Nutzbarkeit der Dachflächen für Photovoltaik-Anlagen durchgeführt, die zukunftsweisende Ergebnisse erbracht hat. Gerdenitsch: „Für mich ist realistisch, dass mit Sonnenenergie zumindest 30 % des Strombedarfs des Burgenlandes abgedeckt werden können.“

DI Johann Gerdenitsch


Große Chancen in der regionalen Energiegewinnung und -verteilung

Dr. Hermann Scheer, Träger des Alternativen Nobelpreises, Vorsitzender des Weltrats für Erneuerbare Energien und Mitglied des Deutschen Bundestags sieht große Chancen in der regionalen Energiegewinnung und -verteilung. Sein Ansatz für die Zukunft – vor allem im Verantwortungsbereich der Kommunen und Regionen - ist ein multipler: Die Kombination Hybridkraftwerke (z. B. Windkraft mit Biogas), Mobilisierung der Bio-Energie, auch Anbau von Energiepfl anzen unter den Windkraftanlagen - gewissermaßen als Doppelnutzung der Fläche -, die systematische Ausrichtung an der Verwertung der organischen Abfälle, was 20% der Stromversorgung ausmachen kann und eine klassische kommunale Aufgabe für die Zukunft ist. Die Nutzung von Windkrafttürmen z.B. als Gasspeicher für Hybridkraftwerke (das ist schon da), oder als Speicher von Strom aus erneuerbaren Energien.

Eine treffende Beschreibung für die Situation der Erneuerbaren Energien liefert für Scheer ein Zitat seines Landsmanns, des vor 150 Jahren verstorbenen, deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer, der einst schrieb: „Eine neue Idee wird zunächst einmal belächelt, dann auf’s Erbittertste bekämpft und schlussendlich waren alle schon von Anfang an dafür.“

So wird das auch mit den erneuerbaren Energien sein.

 

Text: Manfred Murczek
Fotos: Fotolia

 

 

Dr. Hermann Scheer