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Immer an der Wand lang

Fliesen selbst zu verlegen zählt schon zur hohen Schule des Heimwerkens

Zunächst ein paar Regeln für den Fliesenkauf. Es gibt zwei Qualitätsstufen: erste Sorte und Mindersortierung. Wenn Sie Ihre Waschküche im Keller fliesen möchten, reicht die zweite Wahl, fürs Bad sollte man sich für die erste Sortierung entscheiden, zu erkennen an der roten Markierung auf der Verpackung. Außerdem sollten alle Fliesenpakete dieselbe Fertigungsnummer haben. Wenn Sie die benötigte Menge ermittelt haben, rechnen Sie noch zehn Prozent für den Verschnitt und für die Reserve für später hinzu.

Das Resultat Ihrer Fliesenarbeiten hängt entscheidend von der Vorarbeit ab. Alle Flächen müssen mit lösemittelfreiem Tiefgrund grundiert werden. Flächen in Duschen oder über Wannen müssen mit Dichtungsbändern und bis zu dreimal sehr sorgfältig mit einem Schutzanstrich versehen werden.

  • Wände und Boden bei Duschen und Wannen müssen speziell vorbehandelt werden. Dann wird festgelegt, wo die erste Fliesenreihe beginnen soll. Und immer wieder müssen Waage und Lot kontrolliert werden.
  • Mit einem Zahnspachtel wird der Kleber aufgebracht und gleichmäßig „durchgekämmt“. Frisch angerührter Kleber hat im Eimer eine Verarbeitungszeit von circa vier Stunden, an der Wand beträgt sie allerdings nur etwa 20 Minuten.
  • Eine mit Bleistift gezeichnete Linie könnte vom Kleber verdeckt werden. Verwenden Sie deshalb Klebeband als Markierungslinie für Ihre Startreihe. Nach Aufstrich des Klebers wird es einfach abgezogen.
  • Kleine Fugen sind eleganter und betonen die Fläche, große Fugen betonen die Struktur der Fliesen. Fliesenkreuze helfen, stets den gleichen Fugenabstand einzuhalten. Wenn möglich, Kleberreste sofort entfernen.
  • Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Überprüfen Sie alle drei Fliesenreihen mit einer Richtlatte und einer Wasserwaage – und zwar nicht nur die Oberkante, sondern auch das Lot, also die Seitenkanten.
  • Entfernen Sie die Fliesenkreuze und reinigen Sie die Fugen mit einem angespitzten Holzwerkzeug (nicht mit Metall, das beschädigt die Kanten). Jetzt kann das Fugenmaterial aufgetragen werden.

Natursteine selbst verlegen
  • Bei Natursteinfliesen aus Marmor oder Granit muss sehr sorgfältig und leider auch schnell gearbeitet werden. Der Reiz liegt in ihrer unterschiedlichen Struktur. Die Fugenbreite beträgt nur zwei Millimeter.
  • Bei Natursteinen arbeitet man mit zwei Produkten: Auf den Boden kommt ein Kleber, der in 20 Minuten hart ist, auf die Rückseite der Fliese Marmorkleber. Es dürfen keine Hohlräume entstehen.
  • Beim Verlegen muss auf schmale Fugen (auch hier helfen kleine Abstands-halter aus Plastik) und auf eine einigermaßen gleichmäßige Ausrichtung der Maserung geachtet werden.
  • Auch das Verfugen erfordert besondere Sorgfalt. Verfugen Sie immer nur kleine Flächen zügig in einem Stück. Anhaftendes Fugenmaterial trocknet sehr schnell und muss daher immer gleich entfernt werden.
  • Natursteinoberflächen sind erheblich empfindlicher als die von Fliesen. Reste von Kleber oder Fugenmaterial hinterlassen bleibende Spuren. Deshalb nach dem Verfugen trocken abwischen und polieren.
  • Zum Schluss die Kanten zu den Wänden mit Silikon abdichten. Wände und Boden mit Klebeband schützen. Silikon auftragen und dann mit der feuchten Fingerspitze gleichmäßig und zügig abrunden