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© Thomas Wagner, BDG
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Jetzt den eigenen Obst-Naschgarten anlegen
„Tut es weh, wenn man Stachelbeeren isst?“ „Schmecken Erdbeeren nach Erde?“ „Sind Himbeeren nur was für Jungs?“ Viele Kinder und Jugendliche werden mit Fastfood-Werbung und Süßigkeiten bombardiert und haben keine Ahnung mehr von Obst. Doch das lässt sich leicht ändern. Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V. (BDG) rät dazu, im Herbst einen eigenen Naschgarten anzulegen. Von der Hand direkt in den Mund gepflückt, überzeugt frisches Obst noch jedes Computer-Kind.

Süß und saftig
Obst wird nur noch selten gelagert und verarbeitet, weil es zu unschlagbaren Preisen jederzeit im Supermarkt verfügbar ist. Für den Frischverzehr und für zwischendurch ist Naschobst jedoch ideal. Es ist besonders süß und saftig. „Deshalb ist Naschobst auch nicht so gut für die Lagerung und den Transport geeignet, sondern verschwindet am besten gleich im Mund“, erklärt Thomas Wagner, Fachberater beim BDG. Das eigene Obst ist nicht nur leckerer als gekauftes, sondern auch gesünder: „Es ist ungespritzt und enthält wichtige Vitamine.“

Naschen von Frühling bis Herbst
Schon ein oder zwei Obstbäume und einige Beerensträucher im Garten reichen aus, um gesund naschen zu können. Damit die Erntezeit besonders lang ist, empfiehlt der BDG das Pflanzen verschiedener Obstsorten mit unterschiedlichen Reifezeiten. Im Frühjahr leitet die Maibeere als erstes Frischobst die Naschzeit ein. Bis Oktober kann man zum Beispiel Mini-Kiwis, Pflaumen, Süßkirschen und Stachelbeeren ernten. Kinder begeistern sich besonders für Monatserdbeeren, die im Sommer fast täglich reife Früchte tragen.

Jetzt ist die ideale Pflanzzeit
Der eigene Naschgarten kann sofort angelegt werden, denn jetzt ist die ideale Pflanzzeit für Obstgehölze. Der Boden ist durch den langen Sommer noch erwärmt und genügend Niederschläge sorgen dafür, dass die Bäumchen gut einwurzeln können. Diese Witterung ist ideal um wurzelnackte Bäume und Sträucher zu pflanzen. „Bei getopften Jungpflanzen muss man unbedingt die Ballen auseinander reißen“, weiß BDG-Fachberater Wagner. „Sonst bleiben die Wurzeln gedreht und wachsen nicht über den Ballen hinaus.“ Je nach Obstsorte ist der Einsatz eines Stützpfahls sinnvoll, bei Trockenheit moderates Gießen.

Eine Schicht Laub als „Wintermantel“
„Es ist wichtig, solche Obstsorten zu pflanzen, die in der Region gut gedeihen. Zur Recherche genügt oft schon der Blick in Nachbars Garten. Auch in der örtlichen Fachbaumschule kann man sich kompetent beraten lassen“, so Wagner. Die Auswahl von Sorten, die resistent gegen Schädlinge sind, macht Pflanzenschutz überflüssig. Der BDG empfiehlt, als „Wintermantel“ eine dicke Schicht Laub auf den Boden rund um das Gehölz zu legen. In Gegenden mit viel Wild darf ein entsprechender Schutz nicht fehlen. Manschetten und Drahtgeflechte halten tierische Nascher auf Distanz.

Frischobst aus Töpfen und Kübeln

Selbst auf Terrasse und Balkon gedeihen Säulenäpfel und -birnen, Himbeeren, Erdbeeren und Johannisbeeren in Kästen und Kübeln. Prädestiniert für den Anbau im Topf ist die Kulturheidelbeere. Sie braucht sauren Boden, der im Garten nur selten zu finden ist. Moorbeet- oder Rhododendrenerde eignen sich hervorragend. „Für die Bepflanzung des Balkons nutzt man die größten Kübel, die man hat. Johannis- oder Stachelbeersträucher brauchen zum Beispiel Gefäße von mindestens 40 Zentimetern Durchmesser“, rät Wagner. Abzugslöcher und eine Drainageschicht aus Topfscherben, Kieseln oder Blähton sind bei allen Kübeln unverzichtbar.

Blickdichte Brombeer-Wände

Beerenobst in Töpfen ist auch ein dekorativer Blickfang. Am Sitzplatz oder im Eingangsbereich der Gartenlaube frischen die bunten Beeren das Gartenbild auf. Platzsparend und wunderschön sehen Brombeeren aus, die an Zäunen und Pergolen blickdichte Wände bilden. Unter Hochstämmchen können zusätzlich leckere Kräuter angepflanzt werden.
www.kleingarten-bund.de.