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| Hans-Jürgen Geyer | |||
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Geyer zeigt sich in seinen malerischen Visionen als wahrhaftiger creator mundi, als freier Schöpfer einer eigenen Bildwelt. Die Helden seiner unglaublich-glaubwürdigen Inszenierungen entstammen allesamt der Arche Noah: Katzen, Kühe, Elefanten, Meerestier und Federvieh besetzen die Leinwände – der Mensch spielt bestenfalls eine Statistenrolle. Da erscheint das Antlitz eines Katers in der Skyline von Manhattan, ein Fisch „schwimmt“ durch Wald und Flur, da saust ein monströser Vogelkasten rotglühend über die Landschaft, eine dickleibige Ente wird zum steinernen Denkmal und eine Kuh zum wohnlichen Gehäuse für ein ganzes Bestiarium. |
Der Künstler Hans-Jürgen Geyer |
| Hans-Jürgen Geyer | |||
Diese Bilder sprengen das Vertraute, doch es ist nicht leicht, den Irritationen auf die Spur zu kommen – das offensichtlich Surreale wirkt so selbstverständlich!
Willig fügt sich der Betrachter ins Animalisch-Ab surde, lässt sich in unschuldiges Staunen zurückversetzen.
Das Geheimnis solcher Verführungskunst liegt in der sehr eigen willigen Sprache dieser Malerei: In einer Mischung aus Leichtigkeit und philosophischem Ernst gelingt es Geyer, die elementare Magie der einfachsten Erzählsituation einzu fangen – wie etwa in dem Stück „Hühner vor Schlechtwetterfront“
oder „Vogelfluch“. Nie verblasst die Darstellung zur bloßen Illustration, sondern bleibt primär malerisches Ereignis. Es sind Bildwelten aus Farben, Formen, Flächen im Ausdrucksstil der Moderne, unterrührt allerdings mit einer Dosis vorsätzlicher Naivität. Gerade diese pseudo-primitive
Einfachheit, ja fast volkstümliche Schlichtheit, mit der die Kreaturen sprechen, nimmt uns in Bann: Wir sehen im Tier unsere tiefere und verborgene Natur augenzwinkernd,aber unverfälscht offengelegt.
So sind Geyers kreatürliche Visionen letztlich Mutmaßungen über den Menschen – der sich Großes vornimmt, über die Stränge schlägt, der oft nicht von der Stelle kommt und bisweilen von allem genug hat.
Dr. Andrea Wandschneider



























