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Finca-Hotel Sol Amoixa Vell:
Finca-Hotel Sol Amoixa Vell:
Finca Hotel „Son Bleda“, einst ein Kloster, dann Herrensitz und heute ein konfortables, intimes Hotel.
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Mallorca – Natur pur wieder gefragt

Die meisten Menschen verbinden Mallorca mit Trubel an überfüllten Badestränden. Doch der größte Teil der Insel ist bewaldet und bietet viele reizvolle Landschaften. Kleine Städte weisen zahlreiche Sehenswürdigkeiten auf und der größte Teil der kleinen Insel eignet sich wunderbar zum Relaxen.

 

Frederic Chopin – erfolgreicher Komponist und Klaviervirtuose – kam Mitte November 1838 gemeinsam mit seiner Geliebten Aurora Dudevant, die unter dem Pseudonym George Sand berühmt war und an die 180 Bücher verfasst hatte, und deren zwei Kindern in Palma de Mallorca an. In einem Brief schwärmte er: „Ich wandle in Palma unter Palmen, zwischen Orangen, Zitronen-, Feigenund Granatbäumen. Der Himmel ist türkisfarben, das Meer schimmert wie Lapislazuli, die Berge wie Diamanten.“ Leider hielt das Glück nicht lange, denn auch Mallorca kennt den Winter, und da der Tourismus noch nicht entwickelt war, mussten sie mit drei Klosterzellen in Valdemossa vorlieb nehmen, was gemeinsam mit dem feucht-kühlen Wetter auch nicht das Richtige für einen liebevollen Urlaub war.

 

 

Das „Schloß“ von Erz-
herzog Ludwig Salvador,
dem „ersten Grünen“ von
Mallorca
.

 

Besser traf es der Habsburger Erzherzog Ludwig Salvator, der mit seiner Jacht „Nixe I“ zu einer längeren Mittelmeer-Kreuzfahrt aufgebrochen war. Nachdem er wieder zuhause angekommen war, stellte er fest, dass ihm Mallorca am besten gefallen hatte, und schützte Asthma vor: Nur das milde Klima dieser Gegend sei für ihn zuträglich! Solcherart von den Pflichten als Mitglied eines Herrscherhauses entbunden, gondelte er mit „Nixe II“ die Westküste entlang, um sich eine standesgemäße Bleibe zu suchen. Natürlich fand er eine. Ein Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert, das seinen Besitzern einst als Zuflucht vor Piraten gedient hatte, wurde gekauft und zu einem standesgemäßen Schloss umgebaut. Und weil er einen Olivenhain nach dem anderen gekauft hatte, um die Olivenwälder vor der Vernichtung zu bewahren, gilt er auch heute noch als der erste „Grüne“ der Insel.

Das war 1872 und bis zu seinem Tode 1915 lebte er dort. Er war Verfasser des besten Standardwerkes über die Inselgruppe und verfasste eine Reihe weiterer, zumeist naturwissenschaftlicher Bücher. Sein Schlösschen „Son Marroig“ liegt zwischen den hübschen Kleinstädten Soller und Valdemossa und ist einen Besuch wert. Fährt man auf dieser Straße, so kommt man auch beim Finca-Hotel „Son Bleda“ vorbei und dort sollte man doch einige Tage verbringen.

 

Finca Hotel „Son Bleda“,
einst ein Kloster, dann
Herrensitz und heute ein
konfortables, intimes Hotel.

 

Finca Hotel „Son Bleda"

 

Eine Finca nach alten Vorbildern

Auch das hat ein Zuwanderer wieder zum Leben erweckt. Ein Deutscher aus der Nähe Kölns hatte in Sichtweite seinen Zweitwohnsitz und das schon 10 Jahre lang. Schließlich kauften Dieter Rahmel und Thomas von Hofe die fast verfallene Finca mitsamt 60.000 m² Grund mit Mandel-, Oliven- und Orangenbäumen und begannen in mühevoller Kleinarbeit mit der Renovierung des alten Herrenhauses, das sich aus einem verlassenen Kloster heraus entwickelt hatte. Heute hat „Son Bleda“ elf Zimmer, alle verschieden gestaltet und eingerichtet – mit alten Leuchten, Türen und mit alter Einrichtung. Keine Renovierung im Sinne eines Denkmalschutzes, aber dafür zum Wohlfühlen. Das Wetter ist dort zumeist trocken und warm, Frühstück und Abendessen können daher fast immer im Freien genossen werden. Die Konfitüre ist hausgemacht. Können die Orangen verkauft werden? Der Besitzer winkt ab: „Bei 20 Cent pro Kilo lohnt sich die Arbeit nicht mehr!“ Schade, denn der Geschmack der frisch gepflückten Orangen stellt alles in den Schatten, was bei uns angeboten wird.

Ein Trip mit der Schmalspurbahn

Die nahe gelegene Kleinstadt Soller glänzt mit schönen Bauten, mit einem botanischen Garten, der die auf Mallorca heimischen Pflanzen zeigt, mit einer uralten Straßenbahn, welche die Stadt mit dem Hafen verbindet, und mit einer Schmalspurbahn, welche die Firma Siemens 1912 errichtet hatte, um Soller mit der Hauptstadt Palma di Mallorca zu verbinden. Die Fahrt dauert etwa eine Stunde und ist schon deshalb sinnvoll, weil in der Hauptstadt Parkplätze besonders rar sind – und ohne fahrbaren Untersatz geht auf der Insel gar nichts. Für Sportliche gibt es allerdings auch Fahrräder zum Ausleihen. Einige Schweizer Firmen machen damit ein ganz gutes Geschäft und so kann man auch sportlich die Insel kennen lernen. Gute Kondition ist dabei schon wünschenswert, denn die Straßen sind zwar gut, aber schmal, äußerst kurvig und manchmal auch ziemlich steil. Daher auf Auto, Fahrrad oder auch Schmalspurbahn nicht vergessen!

Über Berg und Tal

Im Norden von „Son Bleda“, das einen traumhaften Ausblick nicht nur auf das Meer, sondern auch auf die Berge bietet, geht es in das Tramontana-Gebirge, das immerhin bis zu 1.445 m hoch ist. In der berückenden Schönheit dieser Gegend haben sich bereits in der Bronzezeit Menschen angesiedelt. An die tausend Jahre konnten sie friedlich leben, dann kamen die Römer und zivilisierten sie. Nachdem die Vandalen ihre Spuren hinterlassen hatten, bevor sie nach Nordafrika weiter gezogen waren, besetzten die Mauren das blühende Land und etablierten eine hoch stehende Kultur, von der allerdings nichts mehr vorhanden ist. Was zu vernichten war, wurde im Zeichen des Kreuzes vernichtet. Mallorca wurde christliches Königreich – zumindest vorübergehend.
 

Chef mit Koch bei der
wöchentlichen Paella.

 

Finca Hotel „Son Bleda“:
Geräumige Zimmer im
alten Stil mit modernem
Komfort.

 

Soller = Eine alte Stras-
senbahn verbindet das
Zentrum mit dem Strand.

 

 

Finca-Hotel Sol Amoixa
Vell: Relaxen steht hier
an erster Stelle.

 

Luxus pur zum Entstressen

Lässt man das Gebirge hinter sich, kommt man in landwirtschaftlich genutztes Hügelland mit der drittgrößten Stadt der Insel, Manacor. Ein hübsches Stadtzentrum, eine großartige Kathedrale, ein Museum und nur wenige Kilometer entfernt ein weiteres Finca-Hotel, das sehr zu empfehlen ist. Ein deutsches Ehepaar, Claudia und Manfred Bangerth, haben es auf sich genommen, das burgartige Anwesen zu revitalisieren. Was sie mit kompetenten und inkompetenten Amtsstellen erlebt haben, würde vermutlich eine Sonderausgabe füllen. Doch vor etwa 10 Jahren war es geschafft. Kein Zimmer gleicht dem anderen. Dementsprechend sind die Preise unterschiedlich, wobei das Traumobjekt ein Appartement in zwei Etagen und drei Terrassen ist. Man kann aufatmen, Natur pur, relaxen, schwimmen, ein Fahrrad ausleihen, zur Abwechslung einmal Sauna oder eine Pflegestunde und dazu der Höhepunkt: das Restaurant! Es gibt natürlich auf Mallorca billigere Lokale, ein besseres ist jedoch kaum vorstellbar. Wo anders hinzugehen, fällt angesichts der Qualität sehr schwer. Natürlich bietet auch die Umgebung etliches. Etwa die aus der Bronzezeit stammende Siedlung „Ses Paisses“ oder für Schwimmbegeisterte das saubere Meer. Allerdings sollte man sich einen Geheimtipp von der Rezeption holen, ansonsten läuft man Gefahr, in eine Touristenstadt zu kommen, wo etwa 7.000 Touristen auf bestenfalls 1.000 Liegeplätzen am Strand kommen. Doch, wie gesagt, dem kann man entgehen.

Wie kommt man auf Mallorca durch?
Sprachlich ganz einfach, denn fast ein Viertel der Bewohner kommen aus Deutschland. Mit Spanisch hat man weniger Glück, denn die Amtssprache auf den Balearischen Inseln ist das Katalonische, das mit Spanisch kaum etwas zu tun hat. Und auf Mallorca wird noch dazu ein Dialekt als Umgangssprache verwendet: Mallorquin! Aber keine Sorge, Deutsch reicht. Das Leben auf Mallorca ist für die Zugewanderten relativ leicht. Man ist höflich zueinander. Manfred Banghert erzählt, dass sein Grundstück, immerhin 200.000 m², vom Nachbarn früher als Durchzugsplatz für dessen Schafe verwendet worden ist, was einem Hotelbetrieb nicht unbedingt gut tut. Doch die Einigung kam leicht zustande: Als Pachtgeld gibt es öfters Schafkäse, manchmal halbe Schafe oder halbe Schweine und Ähnliches. So leicht kann das Leben und – für den Reisenden, der Ruhe und Entspannung sucht, – auch sehr schön sein.

 

Text: Franz Klar
Fotos: Klar, Finca-Hotel Son Amoixa Vell, Finca-Hotel Son Bleda

 

 

 

Gemütliche Zimmer ...

 

... und eine Top-Küche.

 

 

 

Finca-Hotels:

Finca-Hotel Son Bleda
www.encurio.com/exchange/sonbleda

Finca-Hotel Son Amoixa Vell
E-Mail: hotel@sonamoixa