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Ressource Wasser - Bis zum letzten Tropfen

Wasser ist Leben. – Wie gehen wir damit um? Die Erde heißt nicht umsonst „blauer Planet, sie ist auch einer. Etwa 70% unseres Planeten bestehen aus Wasser. Von den 2,5% Süßwasser ist nur ein geringer Teil zum Trinken geeignet. Das bedeutet, dass wir mit rund 1% des Gesamtwasservorrates auskommen müssen und das bei rasant steigender Bevölkerungszahl.

Auch die Austrocknung von großen Gebieten etwa in Spanien und vor allem die exzessive landwirtschaftliche Nutzung in manchen, eigentlich wasserarmen, Gebieten stellen ein zusätzliches Problem dar. Zudem kommt noch der Wasserverbrauch der Industrie, der stetig steigt. So werden etwa für die Herstellung eines T-Shirts 1.400 Liter, für ein Auto bis zu 400.000 Liter Wasser benötigt. Kein Wunder, wenn Experten den nächsten großen Konfliktstoff nach dem Öl im Wasser sehen.

Deutschland im Mittelfeld des Pro-Kopf-Verbrauchs

In unseren Breiten sind wir allerdings (noch) mit dem kostbaren Nass gesegnet. Von Wassernot kann man in Mitteleuropa nicht sprechen. Auch wird schon bisher relativ sorgfältig mit der Ressource umgegangen. So liegt der pro Kopf Verbrauch in Deutschland bei etwa 120 Liter, das ist ein guter Platz im Mittelfeld in Europa. Vor uns liegen Staaten wie Großbritannien, Griechenland, Belgien und Frankreich, wo das Umweltbewusstsein mit einem Verbrauch von 112 Litern offensichtlich in dieser Hinsicht schon sehr weit fortgeschritten ist. Hinter uns liegt etwa Italien. Den letzten Platz noch nach dem Energieverschleuderer USA (etwa 300 Liter) nimmt kurioserweise der Wüstenstaat Dubai ein, wo pro Kopf sagenhafte 500 Liter Wasser pro Tag verschwendet werden.

Wasser zu sparen, ist bequemer

Trotz dem sorgfältigen Umgang und dem großzügigen Angebot aus unseren Alpen gibt es noch viele Möglichkeiten, weiter mit dem Wasser sorgfältiger umzugehen. Manche Methoden sind sogar bequemer – etwa Geschirrspülen. Moderne Geschirrspüler benötigen wesentlich weniger Wasser, als man mit dem Spülen per Hand braucht. Auch die Wäsche wird meist nicht sauberer, sondern braucht mindestens die doppelte, wenn nicht sogar die dreifache Wassermenge einer modernen Waschmaschine. Das gilt übrigens auch für die Wäsche des Autos. Wer daheim mit dem Schlauch wäscht, benötigt etwa 150 Liter, die Waschstraße kommt mit der Hälfte aus, zudem wird das Abwasser umweltgerecht entsorgt.

Wasser lässt sich überall leicht einsparen

Duschen statt Baden spart ebenfalls Wasser, doch wird dieser Effekt oft überschätzt. Ein gepflegtes Bad kann auch der Umweltbewusste durchaus genießen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Eine große Menge geht auch oft für die Bewässerung von Grünanlagen auf. Viele Hobbygärtner meinen es hier zu gut. Man schätzt, dass der durchschnittliche Amerikaner 40% seines Wasserverbrauchs in den Garten spritzt. Auch in unseren Breiten sind es noch 10%. Abhilfe schafft hier nachdrücklich etwa eine Hauszisterne oder ein Regenwassertank, der den Hausbesitzer zudem noch unabhängig von etwaigen Verboten der Trinkwasserbenützung für diese Zwecke macht. Der größte Wasserverbraucher in einem Haushalt ist ohne Zweifel die Toilettenspülung. Sie beträgt bis zu 35 % des Gesamtverbrauchs pro Kopf. Hier kann mit dem Einsatz moderner Spülkästen viel gespart werden, bis zu 8 Liter weniger Wasser rinnen dann pro Spülvorgang in den Abwasserkanal. Auch hier ist ein Nutzwasserkreislauf, etwa gespeist von einer Hauszisterne, vorteilhaft. Vor allem bei einem Neubau sollte man darüber nachdenken. Wichtig ist auch, tropfende Wasserhähne und rinnende Spülungen so schnell wie möglich reparieren zu lassen, denn hier verschwinden jährlich horrende Mengen.

Die Kehrseite der Medaille
Allerdings gibt es auch Stimmen, die vor zu wenig Wasserverbrauch warnen. So beklagen etwa in Norddeutschland, wo der Verbrauch extrem gesunken ist, die Kommunen Qualitätsverluste beim Trinkwasser, da es zu lange in den Leitungen bleibt. Auch das natürlich weniger gewordene Abwasser ist oft nicht in der Lage, etwa Fäkalien schnell genug wegzuschwemmen, da das Gefälle der Rohre nicht für die geringen Mengen ausgelegt ist. Der richtige Weg liegt wohl in einem gesunden Mittelmaß. Aber wir müssen uns bewusst sein, dass auch die Ressource Wasser endlich ist. (bw)

 

Text: DIng. Franz Farkas
Fotos: Lenz-ag.ch